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Wie wir ein "buntes Rudel" wurden



 
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Schwarz-gelbe-Wölfe




Anmeldungsdatum: 18.09.2006
Beiträge: 20
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 18:41    Titel: Wie wir ein "buntes Rudel" wurden Antworten mit Zitat

Am 2.10.2000 wurde ich bei der Züchterin Edith Andna im Elsass als Roseline de la Passerelle des Agneaux Noirs geboren. Dort lebte ich gut mit meiner Mutter und meinen Geschwistern und noch mehreren Schäfis in der Züchterfamilie. Eines Tages wurde ich und mein Freund Ralph als Zuchtpaar an einen Möchtegern-Züchter weiterverkauft.
Lange lebten wir nicht dort, und der Züchter starb ohne dass er auch nur einen Wurf mit uns gemacht hatte. Sein Sohn "erbte" uns, oh je,wir waren ihm nur eine Last, er versorgte uns nicht richtig, gab uns nur wenig zu fressen, bürstete unser Fell nicht und sperrte uns in einen Bretterverschlag. Einige Zeit verging so, er versuchte sich dann tatsächlich auch noch mit uns zu züchten, doch Ralph und ich waren nicht bereit ein Liebespaar zu werden, und eines Tages müssen wir ihm wohl so lästig geworden sein, daß er uns einfach im Tierheim Liepvre mit ungewissem Schicksal abgab. Dort war aber auch kein Platz für uns, wir sind ja schließlich Schäferhunde und somit schwer vermittelbar. Die Hunde kamen und gingen und für uns beide interessierte sich einfach niemand. Mein Freund Ralph fing so langsam an zu kränkeln, er konnte schon nicht mehr gerade stehen und wir beide sahen auch nicht mehr attraktiv aus. Somit standen wir auf der Tötungsliste. Welch ein Glück , wir konnten es kaum fassen, eines Tages kam eine Frau, die nach einem längeren Gespräch mit unserem TH Leiter, zu uns an den Zwinger kam uns rausholen ließ und uns doch tatsächlich in ihr Auto einsteigen ließ. In Deutschland angekommen wartete man bereits im Tierheim Ludwigsburg auf uns. Dort war dann Mary, die sich liebevoll um uns kümmerte, zur der wir Vertrauen fassten , und der wir auf Schritt und Tritt folgten. Ca. 6 Wochen vergingen als plötzlich eine Familie auf der Karantänestation, auf der wir nach unserer Kastration waren, auftauchte. Vater, Mutter und drei Kinder, ob sie uns wohl mitnehmen werden????Bald merkte ich, daß das Interesse nur mir galt, schade dachte ich, und Ralph? Von da an kamen sie 3 Wochen lang jeden Tag um mit mir Gassi zu gehen. Eines Tages durfte ich sogar für einige Stunden mit ihnen nach Hause fahren, wo ich dann zum ersten Mal in meinem Leben ein Haus von innen sah.Gleich beschnüffelte ich alles, schaute mich überall um, und dann beschloß ich, daß wohl der Küchenboden dem Zwinger am nächsten kommt ,und ich dort gleich mal mein Geschäft verrichtete.Meine zukünftigen Leute waren davon leider nicht sehr angetan und zeigten mir sofort einen Platz im Garten wo ich hinpinkeln sollte. Igitt, was war denn das ?Gras! Ich betrat es zuerst ganz langsam, ich mußte ja zuerst mal austesten wie sich das anfühlt.Naja, wenn sie meinten, trotzdem wagte ich es noch ein paar mal den Küchenboden zu benutzen, bis ich dann doch ernsthaft Ärger bekam. Trotzdem durfte ich dann endgültig am 14.10.2005 bei denen einziehen. Ich wurde verwöhnt, so viele Streicheleinheiten habe ich noch nie zuvor bekommen und das leckere Fressen, ich konnte es gar nicht fassen und hoffte nur, daß dies kein Traum mit bösem Erwachen war. So langsam habe ich Vertrauen zu meiner Familie gefasst, und mittlerweile bin ich auch ganz, ganz sicher, daß ich über alles geliebt werde und mein Zuhause nie mehr verlassen muß. Ich habe schon viele neue Freunde bekommen, die ich jeden Morgen beim Spatziergang treffe.Alle wollten sie spielen mit mir, aber was ist spielen? Ich kannte es nicht. Mama kaufte mir einen Ball, ich schaute sie fragend an, was soll ich damit? Sitz und Platz sollte ich machen, was wollen die von mir? Lauter neue fremde Dinge kamen auf mich zu, aber ich meisterte die Herausforderung. Ich gebe mir noch immer sehr viel Mühe, denn ich bin ja so dankbar für alles, und das zeige ich meiner Familie auch jeden Tag.
Aber was ist mit meinem Freund Ralph, was wurde aus ihm? Das fragte ich mich oft. Bis ich eines Tages ahnungslos in mein Auto stieg und mit meiner Familie zum Tierheim Ludwigsburg fuhr. Ich hüpfte aus dem Auto, ging ein paar Schritte und wen sah ich da? Es war mein Ralph, den ich schon so vermisst hatte, und Mary, die ich doch so liebte. Da waren wir alle vereint, meine Familie, Ralf und Mary und ich, das war einfach schön.
Meine Mama und Mary hatten das Treffen ausgemacht und uns überrascht. Ralph lebt jetzt auch nicht mehr im Tierheim, er trauerte sehr um mich, wollte nicht mehr fressen und nahm wieder ab.Das konnte Mary nicht länger mit ansehen und nahm ihn mit zu sich nach Hause, wo er nun, genau wie ich, ein liebevolles Zuhause gefunden hat. Ich bin der glücklichste Schäfi der Welt, daß dies alles ein gutes Ende genommen hat und mein Freund Ralf und ich vor dem sicheren Tod bewahrt hat.
Da mich meine Familie über alles liebt, hat meine Mama so lange im Internet geforscht, bis sie meinen Lebensweg so gut wie möglich nachvollziehen konnte. Wir bedanken uns auch ganz herzlich bei Frau Ursula Rosengart, vom Schäferhunde-Forum, die letztendlich alles möglich gemacht hat, und über meine Tatoo Nummer und ihre guten Kontakte nach Frankreich, meine Herkunft und meinen Lebensweg erforschen konnte.

Mittlerweile lebe ich schon über ein Jahr in meiner Familie.und es hat sich noch sehr viel ereignet. Meine Familie hat weitergeforscht und herausbekommen wo die Tötungsstation im Elsass liegt. So fuhren wir gemeinsam am 28.2.2006 nach Liepvre um meinen Lebensweg zu vervollständigen. Ich wurde ganz auferegt, als ich die mir so bekannte Luft schnupperte, innerlich bekam ich Angst, hoffentlich durfte ich auch wieder mit nach Hause, ich wollte doch nicht wieder dort bleiben müssen. Wir stiegen aus, ach je, wir gingen auch noch rein, nein ich wurde immer aufgeregter, mein Hez pochte bis zum Anschlag. Da kam er, der TH Leiter, ich erkannte ihn sofort. Mama sprach ihn auch noch an, mit Händen und Füssen versuchte sie zu erklären was sie will. Plötzlich strahlte das Gesicht des TH Leiters und er kam auf mich zu und knuddelte mich. Ich ließ es mir sogar gefallen, denn er hat mich ja niemals böse oder schlecht behandelt. Er freute sich mich so glücklich und gesund zu sehen. Dann zeigte er uns das Tierheim und da war sie, Sindy, eine alte Bekannte aus der Zeit von damals. Sie war ja immernoch da, zusammen mit ihrem Sohn, den sie von einem Labrador bekommen hatte. Schnell ging ich auf ihren Zwinger zu, auch sie kam näher und wir leckten uns durch das Gitter die Schnauze zur Begrüßung und es sollte ein Zeichen für meine Familie sein, daß ich Sindy unmöglich hierlassen konnte. Mama kapierte sofort, aber Papa, er wollte nicht verstehen. Er blieb beim konzequenten NEIN und so mussten wir uns wieder verabschieden, ich fuhr zurück nach Hause und Sindy musste bleiben, ohne Chance auf Vermittlung. Zuhause aber ließ Mama dem Papa keine Ruhe und bearbeitete ihn so lange, bis er nach 7 Wochen soweit war und Sindy aus Liepvre abholte. Jetzt waren wir zu zweit, beide dem sicheren Tod entkommen. Sindy verstand es von der ersten Sekunde an den Papa so um den Finger zu wickeln, daß sie sein Herz im Sturm eroberte und sie jetzt Papa`s Liebling ist. Wir arrangierten uns prima, teilten unsere Plätze, teilten das Futter, teilten einfach alles. Da bekam Mama einen Notruf aus Spanien. Die ausgebrauchte Zuchthündin Vida soll getötet werden weil man sie nicht mehr haben will. Ganz spontan, ohne den Papa zu fragen, bot Mama einen Pflegeplatz für diese Hündin an. Naja, wegen mir, die bleibt ja nicht dachte ich, soll sie halt kommen. Ich war dabei, als wir sie am 26.6.2006 abholten und ich merkte schon bei der ersten Begegnung zwischen Mama und ihr, daß ich sie ab heute unabänderlich an der Backe hatte. Ich kannte Mama mittlerweile so gut, daß ich sofort wusste, dass Vida hier für immer bei uns einziehen wird. So kam es dann auch, trotz Übernahmeangebote war Mama nicht mehr bereit "ihre" Vida abzugeben.
Jetzt leben wir zu dritt in unserer Familie. Wir haben uns als wunderbares Rudel zusammengefügt, das eine Einheit bildet. Mittlerweile sind wir so stark, daß wir es gemeinsam geschafft haben, Mama beizubringen, dass eine vierte Hündin bei uns keine Chance hat. Mamas Versuch uns eine vierte Dame aufzuzwingen scheiterte jämmerlich. Ich, als Chefin übernahm das Problem. Sie bekam keine Chance von mir sich bei uns wohlzufühlen. Ich erlaubte ihr nicht einmal vom Platz ins Sitz zu gehen, ohne ihr meine frisch gebarften Zähne zu zeigen. Meine Familei kapierte schnell und gab die Dame in andere verantwortungsbewusste Hände.
Wir drei bilden hier das Team, ich habe mich Sonja angeschossen, in deren Bett ich schlafen darf, Sindy fühlt sich zu Papa hingezogen, und Vida, na wie soll es anders sein, die schmeichelte sich von Anfang an bei Mama ein.
Neuerdings besuchen wir einen Schäferhundverein wo wir eine schäferhundige Erziehung bekommen, weil wir uns nicht besonders gut benehmen können. Mir macht es rießigen Spass, weil ich dort meine einstigen Fähigkeiten wieder ausleben darf. Als einstiger Tierschutzhund beginne ich nun wieder mit der Schutzdienstarbeit, die mir wahnsinnige Freude macht. Ich mache nur das was mir gefällt, ohne irgendwelchen Zwang und Druck. Sindy und Vida müssen noch sehr viel lernen, sie schnuppern die Hundeplatzluft zu ersten Mal. Sie brauchen Zeit, aber sie machen es gar nicht schlecht.Wir haben begonnen zu leben und wir geniessen es und sind wahnsinnig dankbar, dass es das Schicksal so gut mit uns gemeint hat.
_________________
Liebe Grüße von
Rischka und den Schwarz-gelben-Wölfen


Zuletzt bearbeitet von Schwarz-gelbe-Wölfe am 11.11.2006, 21:01, insgesamt einmal bearbeitet
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Susanna



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 26.10.2006
Beiträge: 81
Wohnort: Lahnstein

BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse wow! Deine Lebensgeschicht hast du sooo super geschrieben....sie ist total traurig aber mit einem so schönen Happyend.......für euch allen Dreien.
_________________
Liebe Grüße

Susanna & Chico
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Eileen



Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 01.10.2006
Beiträge: 130
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 01.11.2006, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist aber eine traurige und zugleich sooooo eine schöne Lebendsgeschichte,die drei haben ein wirklich tolles zuhause verdient und GOTT SEI DANK auch bekommen.
LG Eileen
_________________
Jeder Tag ohne die Liebe meiner Tiere,ist ein verlorener Tag.
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